Die Kreide in der Hand beginnt es langsam, sie hört wie die Kreide übers Papier wandert. Der Anfang ist immer das Beste, irgendwo hat jedes Blatt sein Herz. Manchmal reicht das feine Netz der Linien nicht aus, auch wenn es ehrlich wäre. Sie schließt die Augen und dann arbeiten die Hände wie von selbst. Es ist rythmisch, schnell, rigoros, tappend, klopfend, irgendwann quietscht die Kreide übers Blatt, aufhören, aufstehen, weggehn. Von weitem guckt sie: Das Blatt ist das Blatt, die Wand ist die Wand, auf dem Blatt ist die Wand. Mit Wasserlinien beginnt sie das Blatt, die Wand aufzulösen, das Blatt atmet, die Wand wird beweglich. Die Linien sind wie Flüsse, die beginnen, verschwinden und irgendwo wieder auftauchen. Die Wand wird transparent.